“Der Glaube an den Markt ist grandios gescheitert”
In diesem Spiegel-Artikel greift der sogenannte “Wirtschafts-Ethiker” Ulrich Thielemann die individuelle Freiheit an. Bevor ich seine Argumente betrachte, möchte ich erst einmal auf den Begriff “Wirtschaftsethik” eingehen.
Wirtschaft ist im Grunde der Sammelbegriff für alle zwischenmenschlichen Interaktionen.
- “Für diese Eskapaden müssen nun die Steuerzahler büßen, die Staatsschulden steigen. Reiche stärker in die Verantwortung zu nehmen, ist deshalb ein Gebot der Fairness.”
Dass Schulden gemacht wurden, liegt nicht an den Reichen. Der Staat hätte keine Gelder bereitstellen sollen.
- “Warum sollen die, die viel erben, bessere Chancen haben, sich zu verwirklichen, als die, die erst hart arbeiten müssen, ehe sie einen ebenbürtigen Status erreichen?”
Für ihn ist Status gleich Geld. Gleichzeitig spricht er von Verwirklichung. Hier passt etwas nicht. Kann ich mich denn nicht auch mit weniger Geld verwirklichen? Muss ich mein ganzes Leben lang griesgrämig und neidisch auf das tolle Haus meines Nachbarn schauen, nur weil ich mit weniger Geld in der Tasche geboren wurde? Auf was es ankommt ist doch nicht, wieviel der Nachbar an Geld hat, sondern, der relative Unterschied zwischen dem, wo man jetzt steht und wo man angefangen hat. Man ist glücklich, wenn man es RELATIV weit bringt, nicht wenn man (absolut gesehen) einen hohen Status erreicht. Durch Umverteilung der Gelder wird niemand glücklicher.
- “Eine Erbschaftsteuer sorgt für Leistungs- und Chancengerechtigkeit.”
Eine Erbschaft kann eine irrationale Zahlung des Verstorbenen zu seinen Verwandten sein, wenn der einzige Grund, weshalb er diese Zahlung veranlasst hat, die genetische Verwandtschaft ist. Dies ist aber nicht unbedingt der Fall. Ergo ist seine generelle Aussage hier völliger Quatsch.
- “Die Menschen spüren, dass solche Vergütungen nicht leistungsgerecht sind. Solche Vergütungen sprengen jedes Maß. Sie lassen sich mit keiner Anstrengung dieser Welt rechtfertigen.”
Naja, Anstrengung. Wie jeder gute Sozialist ignoriert er die Möglichkeiten des Geistes. Klar, wenn man Steine schleppen bzw. investierte Arbeitszeit als Maß für den Lohn benutzt, lassen sich Manager-Gehälter oder Künstler nicht rechtfertigen.
Rechtfertigen lassen sie sich aber über Vertrauen und den Verstand. Aber da wird er wohl dann argumentieren, dass der Verstand Produkt der Umwelt ist und somit niemand ein Anrecht auf die Produkte des eigenen Verstandes hätte. Im Gegensatz zu einem Arbeiter, der kaum Verantwortung übernimmt und keine wesentlichen Entscheidungen treffen muss, muss ein Manager lauter richtige Entscheidungen treffen.
Ich empfehle die Kurzbiographie von Wiedeking zu lesen. Der hat etwas auf dem Kasten und hat ein Unternehmen an die Weltspitze geholt.
- “Immer größere Anteile der weltwirtschaftlichen Wertschöpfung wandern an die “super rich”.”
Wieder ein Griff in die Trickkiste, was? ![]()
Das ist richtig, aber “super-rich” haben mit dem Thema nichts zutun. Sein Arbeitgeber, die Familie Porsche, bringt es lediglich auf etwa 15 Mrd. Euro. Dass Wiedeking nun z.B. ~100mio Euro Abfindung (~0,7%) erhält, soll nun ein Zeichen des Marktversagens sein? Was ist denn mit der Familie Porsche? Wieso überfällt man die nicht mal und holt sich mal eben 1Mrd. Euro? Soviel zu diesem Argument.
Auf den Einwand von SPIEGEL, dass von seinem sozialistischen Traumstaat die produktiven Leute abwandern würden, hat er nur das übliche DDR-Mauerargument: Man müsse einen globalen Staat errichten, sodass produktive Menschen keine Möglichkeiten zur Flucht hätten. Bravo! Eine intellektuelle Meisterleistung und mit so etwas verdient dieser “Wirtschaftsethiker” sein Geld. Da frage ich mich doch auch gleich, ob sein Gehalt leistungsgerecht ist
PS: Besonderes Schmankerl seine Aussage “Die Marktgläubigkeit sitzt bei Josef Ackermann tief. ”
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